Persönliche Erinnerungen an ehemalige Weggefährten aus der Voltigierlaufbahn...
Picton
Picton 2001
Er war Rheinländer und hatte nicht nur manchmal seinen eigenen Kopf. Aber genau dieser Charakter war auch seine Stärke. Er brach mir die Hand und eine Rippe und meinem
Pferdebesitzer den Fuß.
Das war, bevor ich ihn voll für mich eingesetzt hatte.
Ehrlich gesagt imponierte mir das und so begann unsere Zusammenarbeit unter einem ganz besonderen Stern !
Aber wir wurden uns einig und heute kann ich sagen, dass er wirklich bereit war, für mich zu kämpfen. Immer, wenn es mir besonders wichtig war, hing er sich voll rein und war für mich da. So haben wir viele verbindende Stunden miteinander erlebt.
Wir waren immer von ihm überzeugt, da er ab 2002 meine einzige Chance war, an der Spitze dran zu beliben. Bis Picasso sich in den Vordergrund gerückt hat, erwies mir Picton immer treue Dienste. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Auch anderen blieben seine Fähigkeiten nicht verborgen.
Picton war ab Anfang 2004 in den Vereinigten Staaten und trainierte mit einer Trainingsgruppe, zu der auch Devon Maitozo (Weltmeister von 1998) gehörte; in Kalifornien. Ich wusste, dass er sich in guten Händen befand und war froh, dass es ihm weiterhin dort sehr gut ging.
Ausgerechnet während Devon und ich gemeinsam in den USA weilten, da wir Showauftritte im Rahmen des Weltcupfinals Dressur und Springen in Las Vegas vorzubereiten hatten, erkrankte Picton an einer Kolik. er war jedoch wieder in Deutschland, wo er für Devon für die kommende Saison vorbereitet werden sollte.
Picton starb im April 2005 an einem Samstagmorgen vor unserer letzten Vegas Show.
Er ist aus meiner Sportlichen Karriere und aus meinem Herzen nicht mehr wegzudenken !!!
Danke Pissi Mann
Kolumbus
Kolumbus war meine gesamte Gruppenvoltigierzeit das Mannschaftspferd für Köln, somit prägte er mich in besonderer Weise.
Auf ihm startete ich ‘95 meine erste Deutsche Meisterschaft, ‘96 schaffte ich auf ihm meine erste Schwungübung in den Handstand !! Und auch der Traum, mit der Mannschaft ein Championat zu bestreiten, wurde mir durch “Kolumbus” erfüllt.
In meinem letzten Gruppenjahr ‘99 wurde Köln als Championatsmannschft für Deutschland nominiert. In Nitra holten wir mit “klumbi” die Bronzemedaille der Europameisterschaft im Gruppenvoltigieren. Seitdem wird er bei uns dosierter im Einzelvoltigieren eingesetzt.
2001 verhalf er Steffi zum 4.Platz auf der Deutschen Meisterschaft in Elmlohe, 2002 ermöglichte er ihr sogar die Nominierung als Damen-Reservistin für das deutsche Aufgebot der Weltreiterspiele in Jerez/Spanien.
Dort vervollständigte “Kolumbus” seine Karriere und galoppierte für Gero Meyer die Silbermedaille im Herren Einzel nach hause.
So ist ”Kolumbus” neben “Wanderer” von Hanne Strübel (Mainz-Laubenheim) das einzige Pferd, das es schaffte, sowohl im Einzel als auch im Gruppenvoltigieren Championatsmedaillen zu holen.
Er war bis ans Ende noch mein Zweitpferd und mehr als ein Ersatz !!Das bewies er, als er mit mir beim C.V.I. Stadl Paura 2005 den Sieg erringen konnte.
Der Höhepunkt war jedoch unser Sieg bei der Deutschen Meisterschaft in Freudenberg 2006!
Er vertrat Picasso in dessen Pause vor der WM in Aachen und es war wirklich ein Geschenk des Himmels, dass er mich zu meinem fünften DM Sieg trug.
All die Jahre errang er mit vielen Spitzenvoltigierern einige Erfolge. Dass es mir, der ich das eigentliche Handwerk des Voltigierens auf Klumbi gelernt hatte, vergönnt war, ihm in seiner letzten Saison noch diesen Titel zu schenken, kommt eigentlich einem Drehbuch aus Hollywood gleich!
Wir wünschen ihm alle eine gute Zeit und nur das Beste in seiner Rente.
Wenn er soviel Freude hat, wie er uns schenkte, dann wird er auch seinen Ruhestand genießen und weiterhin glücklich sein!!!
Er wird immer eine unvergessliche Pferdepersönlichkeit bleiben!
Bernstein
Bernstein war für mich wie ein Sechser im Lotto!
Ein wirkliches Ausnahmepferd!
Und ich bin zutiefst dankbar für die Erfahrung, mit ihm zusammengearbeitet haben zu dürfen!
Ohne ihn wäre mir mein Einstieg im Jahre 1997 in meine erste Saison als Einzelvoltigierer sicher nicht so geglückt. Auf ihm holte ich 1997 in meiner ersten Saison gleich die Silbermedaille der Europameisterschaft!
Insgesamt hatte ich vier Jahre lang das Glück, auf „ Bernstein“ zu voltigieren.
Das war eine tolle Zeit, in der ich viel von „ Bernie“ gelernt habe; sowohl sportlich als auch charakterlich!
Leider war er unheilbar krank und verlor Ende 2000, an meinem Geburtstag, den Kampf gegen seine Leiden.
Ich werde „ Bernie“ immer in meinem Herzen tragen und hoffe, dass man ihn und seine einzigartige Klasse nie vergisst!
Key- West RS v. d. Wintermühle
Key- West war auch ein ganz besonderes Pferd.
Er kam im Frühjahr 2002 nach Köln
und lief im gleichen Jahr unsere 3. und unsere 2. Mannschaft.
Er entwickelte sich langsam, weswegen er zu Beginn auch nicht für den Spitzenbereich vorgesehen war.
Doch er zeigte sich immer wieder und gerade auf Turnieren
von seiner besten Seite!
So kam es, dass er 2005 für das KölNeuss Junior- Team eingesetzt wurde, welches sich auch für die Europameisterschaft qualifizierte
und dort Silber und den Vize- Europameistertitel für Deutschland gewann.
Ein Jahr später wurde Key- West mit dem Bundesjuniorteam,
einer Auswahl mit Voltigierern aus ganz Deutschland,
deren Training von Köln aus koordiniert wurde,
sogar Europameister!
Bei der Junioren Europameisterschaft 2006 in München!
Darüber hinaus verhalf er dann noch Patric Looser/ SUI
zu seiner bis dahin besten WM- Platzierung!
Bei der Weltmeisterschaft in Aachen 2006
errangen sie gemeinsam mit Alexandra Knauf an der Longe den 9. Platz!
Auch für Kai ging er zahlreiche Shows, in denen sich
Kai auch immer 100% auf ihn verlassen konnte!
In der Saison 2007 war Key- West dann Patrics Erstpferd!
Ausser in Saumur zu Saisonbeginn wurde Patric auf Key- West
immer 2. hinter Kai, bei jedem Wettkampf!
Zur Europameisterschaft reiste Key- West dann nur als Ersatzpferd mit, da verletzungsbedingt seine Vorbereitungszeit zu kurz war.
Er kam dennoch zum Einsatz und ging sein letztes Championat für
Sarah Starck, deren Pferd den Vet- Check nicht passiert hatte.
Im Laufe des nächsten Winters bekam er schwere
gesundheitliche Probleme.
So war es im März 2008 nicht mehr zu vermeiden, ihn von seinen Schmerzen zu befreien.
Er war ein Ausnahmepferd, was sich zu einem solchen erst entwickelt hat,
ohne dass ihm ein solches Image vorausgeeilt wäre.
"Das machte ihn ganz besonders,
da wir selbst seine Qualitäten auch erst erkannt hatten
nachdem er uns mit der Nase drauf gestoßen hat!
Wir sind sehr dankbar, dass er uns so lange
so treue Dienste erwiesen hat!
Auch Kiwi bekommt einen Ehrenplatz in unserer Ahnengalerie"
Kai Vorberg